SEEKRANKHEIT


Seekrankheit kann  Jeden treffen!

 Wichtig: Alle Empfehlungen bedürfen selbstverständlich der ärztlichen Rücksprache und individuellen Verordnung!  


Wie entsteht die Seekrankheit?

Histamin - der Übeltäter, ist „Schuld“ an der gefürchteten Seekrankheit. Für die Seekrankheit sind unter anderem der Bewegungsapparat, das Gehirn, sowie die Augen verantwortlich. Interessant dabei ist, dass Menschen mit defektem Innenohr die Seekrankheit nicht bekommen können, somit ist die Bedeutung des Gleichgewichtsapparates noch höher als das visuelle System. Sturm und Wellen erzeugen neben vom Alltag abweichenden Bewegungsmustern, verbunden mit der nicht einschätzbaren Situation unter Deck (fehlender Blickkontakt, unser visuelles System kann nicht einschätzen was als nächstes auf uns zu kommt), Stress beim Menschen. Stress fördert wiederum die Histamin-Ausschüttung im Körper, welche die Seekrankheit begünstigt.

 

Handlungsempfehlungen

Eine Woche vor dem Törn mit der Einnahme von 75 mg Cinnarizin Kapseln (ein- bis zweimal täglich) beginnen und mindestens zwei Gramm Vitamin C täglich zu sich nehmen. Bei Ausbruch der Krankheit zusätzlich 500 mg Vitamin C Kautabletten zuführen und möglichst viel schlafen.

 

Vorbeugen ist besser als Heilen. Vor und während des Törns sollten man auf histaminreiche Nahrung verzichten,  dafür vermehrt frische Lebensmittel mit Ausnahme von Spinat und Tomaten zu sich nehmen. Leider bedeutet das auch den Verzicht auf  den als histaminreich bekannten Rot- und Weißwein. Und generell sollte Alkohol  in Maßen getrunken werden.

 

Oftmals helfen sogenannte Sea-Bänder, die in der Apotheke erhältlich sind. Sie werden ums Handgelenkt als Akkupressurbänder getragen. Auch InEar-Kopfhörer werden empfohlen.  Inwieweit Ingwer eine positive Auswirkung hat ist umstritten.

 

Wer beim Segeln eine stehende Position in Fahrtrichtung mittschiffs einnimmt, kann mit den Beinen das Schwanken der Yacht ausgleichen und das Aufkommen der Seekrankheit vermeiden. Die optimale Position an Bord ist mittschiffs; nicht den Kopf alleine drehen, sondern den ganzen Körper, das vermeidet die Histaminproduktion.

 

Hat sich die Seekrankheit eingestellt, so können Vitamin C-Kautabletten (500mg), welche schnell über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, rasch einen positiven Effekt erzielen, da der Körper durch die Zufuhr von Vitamin C den „Übeltäter Histamin“ abbauen kann. Schlafen tut zudem sein übriges, denn im Schlaf sinkt der Histamin-Spiegel gegen null.

 

Ein weiteres rezeptfreies Mittel ist Dimenhydrinat – als Saft, Tablette, Zäpfchen oder Kaugummi (Markenname Vomex A, Superprep oder Generika).

Nebenwirkungen: macht müde und verlängert die Reaktionszeit deutlich.

 

Verschreibungspflichtige Präparate:

Scopolamin TTS (wird als Pflaster hinter das Ohr geklebt)

Cinnarizin ( ähnlich wie Dimenhydrinat)

Metoclopramid (gut gegen Erbrechen, nicht gegen Schwindel)

Meclozin (gut gegen Schwindel)

 

Meist tritt nach 2 bis 3 Tagen mit entsprechendem Seegang ein Gewöhnungseffekt ein und die Seekrankheit ist für den Rest des Törns Vergangenheit. 

 

Angaben ohne Gewähr!